Taormina lässt sich nicht sinnvoll als flache Altstadt mit ein paar Sehenswürdigkeiten lesen. Die Stadt sitzt auf einer natürlichen Terrasse am Monte Tauro. Oberhalb liegen Madonna della Rocca und die Burg, auf der mittleren Ebene konzentrieren sich Corso Umberto, Plätze und antike Monumente, während Isola Bella und Mazzarò weit unten an der Küste liegen. Diese vertikale Ordnung erklärt Wege, Aussichten, Temperaturen und die Frage, wie viel man an einem Tag wirklich verbinden sollte.

Taormina liegt nicht einfach am Meer – sie liegt über ihm

Das historische Zentrum befindet sich deutlich oberhalb der Küste. Von vielen Stellen sieht man gleichzeitig den Ionischen Küstenbogen, die tiefen Buchten unterhalb der Stadt und – bei klarer Sicht – den Ätna. Diese Lage machte den Ort schon in der Antike strategisch attraktiv. Sie erklärt aber auch die heutige Reiseplanung: Wer zwischen Altstadt und Strand wechselt, bewegt sich nicht nur horizontal, sondern über mehrere hundert Höhenmeter.

Die antike Stadt hieß Tauromenion beziehungsweise in römischer Zeit Tauromenium. Nach Angaben der Stadtverwaltung erhielt die griechische Polis im 4. Jahrhundert v. Chr. eine neue Gestalt, als Andromachos Überlebende und Nachfahren des zerstörten Naxos am Monte Tauro sammelte. Der Ort blieb danach im Einflussbereich von Syrakus und kam später unter römische Herrschaft. Die offizielle Stadtgeschichte von Taormina beschreibt diese frühe Entwicklung und die wechselnden politischen Schichten.

Für die Einordnung im Portal gehört Taormina zum Sizilien zwischen antiken Städten, Vulkanlandschaften und historischen Küstenorten. Zugleich ist die Stadt wegen ihrer außergewöhnlich sichtbaren griechisch-römischen Monumente Teil der antiken Stätten des südlichen Mittelmeerraums. Der entscheidende Punkt ist dabei nicht nur das Alter einzelner Ruinen, sondern ihre Einbindung in eine bis heute bewohnte Stadt.

Die antike Stadt liegt nicht außerhalb Taorminas, sondern mitten darin

Viele archäologische Orte funktionieren als klar abgegrenzte Grabungsareale. Taormina ist anders. Das große Theater liegt am östlichen Rand des historischen Zentrums, das kleinere Odeon direkt hinter der heutigen Bebauung, und die sogenannte Naumachia zieht sich als römische Mauer hinter einer modernen Straße entlang. Antike Fragmente und spätere Häuser greifen deshalb räumlich ineinander.

Tauromenion entwickelt sich als griechische Stadt auf dem Monte Tauro

Tauromenion entwickelt sich als griechische Stadt auf dem Monte Tauro; die Tradition verbindet die Neuordnung mit Andromachos und Flüchtlingen aus Naxos.

Die erste Anlage des großen Theaters entsteht in hellenistischer Zeit

Die erste Anlage des großen Theaters entsteht in hellenistischer Zeit.

Theater und Stadt werden umgebaut

Theater und Stadt werden umgebaut; Odeon, Thermen und weitere monumentale Strukturen prägen Tauromenium.

Byzantinische arabische und normannische Herrschaften verändern Befestigungen Kirchen und die

Byzantinische, arabische und normannische Herrschaften verändern Befestigungen, Kirchen und die strategische Rolle der Höhenstadt.

Palazzi Kirchen und Stadttore formen das Bild der Achse die

Palazzi, Kirchen und Stadttore formen das Bild der Achse, die heute als Corso Umberto bekannt ist.

Reisende Künstler und wohlhabende Wintergäste machen Taormina international bekannt

Reisende, Künstler und wohlhabende Wintergäste machen Taormina international bekannt.

Das Theater bleibt archäologisches Monument und zugleich Veranstaltungsort

Das Theater bleibt archäologisches Monument und zugleich Veranstaltungsort; die Stadt entwickelt sich zu einem der meistbesuchten Reiseziele Siziliens.

Der kleine Odeon und die römischen Thermen sind besonders hilfreich, weil sie den Blick vom spektakulären Theater auf den normalen Stadtorganismus lenken. Die sogenannte Naumachia mit ihrer langen Nischenmauer erinnert zusätzlich daran, dass archäologische Namen nicht immer die tatsächliche Funktion eines Bauwerks sicher erklären.

Das Teatro Antico ist Landschaftsarchitektur und Archäologie zugleich

Das Antike Theater von Taormina ist der wichtigste Grund, warum die Stadt in einer Kategorie antiker Orte funktioniert. Der archäologische Park datiert den ersten Grundriss in das 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. Was Besucher heute sehen, ist jedoch wesentlich durch den römischen Umbau des 2. Jahrhunderts n. Chr. geprägt. Die Cavea misst rund 109 Meter im Durchmesser und zählt zu den größten antiken Theatern Siziliens.

Seine Wirkung entsteht aus der Verbindung von Bau und Landschaft. Durch Öffnungen und verlorene Teile des Bühnengebäudes erscheinen Küste und Ätna hinter den antiken Mauern. Dieser Blick ist berühmt, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anlage mehrfach verändert wurde. Sitzordnung, Bühnenhaus, Zugänge und spätere Anpassungen erzählen unterschiedliche Nutzungsphasen. Der Archäologische Park Naxos und Taormina dokumentiert die hellenistische Anlage und die römische Umgestaltung.

Wer nur wegen des Panoramas hineingeht, sollte trotzdem einmal den Blick vom Ätna weg auf Mauertechnik, Zugänge und Bühnenfront richten. Erst dann wird klar, warum das Monument archäologisch so wichtig ist. Umgekehrt wäre es künstlich, die Landschaft auszublenden: Die bewusste Wahl des Standorts gehört zur Erfahrung des Bauwerks.

Zwischen Porta Messina und Porta Catania wird aus der antiken Höhe eine mittelalterliche Stadt

Der Corso Umberto verbindet die beiden wichtigsten Stadttore und bildet die Fußgängerachse des historischen Zentrums. An ihm liegen Kirchen, Palazzi, kleine Plätze und Seitengassen, die oft nur wenige Meter vom Hauptstrom entfernt deutlich ruhiger werden. Der Corso ist stark touristisch, aber als Stadtstruktur trotzdem unverzichtbar: Er folgt der langgestreckten Form der bewohnbaren Terrasse.

In der Mitte öffnet sich die Piazza IX Aprile als breite Aussichtsterrasse. Die dunkle Fassade von Sant’Agostino, die Kirche San Giuseppe und der Uhrturm rahmen einen Platz, der gleichzeitig Verkehrsraum, Bühne und Aussichtspunkt ist. Das Meer wirkt von hier nicht wie ein Strand unmittelbar vor der Stadt, sondern wie ein tiefer liegendes Landschaftselement.

Weiter westlich wird die Altstadt rund um den Dom San Nicolò weniger repräsentativ. Der mittelalterlich wirkende Kirchenbau mit Zinnen und massiver Front passt zum befestigten Charakter des älteren Stadtteils. Gerade hier lohnt es sich, den Corso zu verlassen und kleine parallele Gassen zu nutzen, statt Taormina als lineare Einkaufsstraße zu behandeln.

Zwischen Antike und Grand Tour liegt mehr als ein Jahrtausend Stadtgeschichte

Nach dem Ende der römischen Ordnung verschwand Taormina nicht. Die Höhenlage blieb militärisch attraktiv und die Stadt wurde in byzantinischer Zeit zu einem wichtigen Stützpunkt im Osten Siziliens. Im Mittelalter wechselten politische Systeme, Sprachen und religiöse Ordnungen, während die befestigte Lage am Monte Tauro ihren Wert behielt. Arabische Herrschaft, normannische Eroberung und spätere Königreiche hinterließen weniger spektakuläre Einzelmonumente als das Theater, prägten aber Wege, Verteidigung und Siedlungsstruktur.

Gerade deshalb wäre es falsch, Taormina nur als antike Stadt mit später darübergebauter Touristenkulisse zu lesen. Die Altstadt entstand aus einer langen Nutzung derselben knappen Terrasse. Tore kontrollierten die linearen Zugänge, Kirchen besetzten zentrale Punkte, Palazzi nutzten die schmalen Grundstücke entlang der Hauptachse. Viele heutige Fassaden sind jünger als ihre Parzellen und Wege.

Der Übergang ist am Palazzo Corvaja besonders gut sichtbar. Der Gebäudekomplex nahe Porta Messina verbindet mittelalterliche Bauteile unterschiedlicher Phasen und steht nur wenige Schritte vom römischen Odeon entfernt. Diese Nachbarschaft ist typisch für Taormina: Zeitstufen liegen nicht in getrennten Vierteln, sondern direkt übereinander.

Dom, Palazzo Corvaja und Badia Vecchia zeigen die Stadt jenseits der Aussichtspunkte

Der Dom San Nicolò wirkt mit seiner kompakten, fast festungsartigen Front anders als die barocken Kirchen, die viele Besucher mit Sizilien verbinden. Der Platz davor markiert den westlicheren Teil des Zentrums und bildet ein Gegengewicht zur Piazza IX Aprile. Wer bis hierher geht, erlebt den Corso nicht nur als Verbindung zwischen Theater und Aussichtsterrasse, sondern als vollständige Stadtachse.

Palazzo Corvaja liegt am anderen Ende nahe Porta Messina. Seine Baugeschichte umfasst mehrere mittelalterliche Phasen und macht ihn zu einem nützlichen Orientierungspunkt zwischen römischem Odeon, Corso und Theaterweg. Die Badia Vecchia wiederum zeigt, wie befestigt wirkende Wohn- und Repräsentationsarchitektur in die Hangstadt eingebunden wurde. Keiner dieser Orte braucht so viel Zeit wie das Theater, zusammen verhindern sie aber, dass Taormina auf drei berühmte Fotomotive zusammenschrumpft.

Für einen langsamen Rundgang lohnt deshalb eine einfache Regel: An jedem großen Platz einmal die Hauptachse verlassen. Schon wenige Minuten in Seitengassen zeigen Treppen, Stützmauern, Hinterhöfe und kleine Fassaden, die das alltägliche historische Gefüge besser vermitteln als der stark kommerzialisierte Corso selbst.

Über den Dächern beginnt eine zweite Taormina-Ebene

Von der Altstadt führen Treppen und steile Wege zur Madonna della Rocca und weiter zur Burg auf dem Monte Tauro. Die Wallfahrtskirche wurde teilweise in den Fels gebaut. Darüber liegt das Castello di Taormina, dessen Standort die strategische Logik noch klarer zeigt als das Theater: Von hier kontrolliert der Blick die Küste, die Stadtterrasse und die Zugänge ins Hinterland.

Dieser Aufstieg ist kein Pflichtprogramm für jeden Besuch. Bei sommerlicher Hitze kann er anstrengend sein und kostet Zeit, die man bei einem kurzen Aufenthalt vielleicht lieber in der Altstadt oder am Theater verbringt. Wer aber zwei Tage hat, bekommt auf der oberen Ebene ein deutlich vollständigeres Bild von Taormina. Die Stadt wirkt plötzlich nicht mehr wie ein eleganter Balkon am Meer, sondern wie eine alte Höhenfestung.

Isola Bella und Mazzarò sind Taorminas Küstenebene

Unten am Meer verändert sich die Atmosphäre vollständig. Die kleine Isola Bella liegt in einer geschützten Bucht und ist je nach Wasserstand über einen schmalen Kiesstreifen erreichbar. Das Gebiet gehört zum archäologischen und landschaftlichen System der Region und wird heute als geschützter Ort verwaltet.

Die Seilbahn zwischen Taormina und Mazzarò macht den Höhenunterschied praktikabel. Sie ist nicht bloß ein touristisches Extra, sondern ein sinnvolles Verkehrsmittel, wenn Altstadt und Küste am selben Tag kombiniert werden sollen. Wer zu Fuß hinuntergeht, sollte daran denken, dass der Rückweg bergauf deutlich anstrengender ist als der Abstieg.

Taormina besitzt damit zwei sehr verschiedene Reiseerfahrungen: oben historische Stadt und Monumente, unten Buchten und Küstenwege. Ein guter Aufenthalt zwingt diese Ebenen nicht in einen einzigen hektischen Ablauf.

Der internationale Ruhm entstand lange vor dem modernen Massentourismus

Im 19. Jahrhundert wurde Taormina zu einem bevorzugten Ziel europäischer Reisender, Künstler und wohlhabender Wintergäste. Antike Ruinen, mildes Klima und die dramatische Landschaft passten perfekt zur romantischen Vorstellung des Südens. Hotels, Villen und Gärten entstanden, Fotografien verbreiteten den Ätna-Blick international, und die Stadt entwickelte eine kosmopolitische Identität.

Die Villa Comunale mit den Gärten von Florence Trevelyan ist ein besonders gutes Zeugnis dieser Epoche. Exotische Pflanzen und fantasievolle Pavillons zeigen eine private Gartenwelt, die später zum öffentlichen Stadtraum wurde. Auch die Geschichte Taorminas als Grand-Tour- und Winterziel erklärt, warum die Stadt schon früh stärker international orientiert war als viele andere Orte gleicher Größe.

Diese Geschichte hilft auch, den heutigen Tourismus einzuordnen. Taormina war nicht plötzlich nach dem Zweiten Weltkrieg „entdeckt“. Das moderne Besucheraufkommen setzt vielmehr eine lange Tradition fort, auch wenn Kreuzfahrtausflüge, Tagesgruppen und soziale Medien die Intensität deutlich erhöht haben.

Ein sinnvoller Tag folgt der Höhe, nicht der Liste der Sehenswürdigkeiten

Früh

Teatro Antico zuerst Das Theater verdient die ruhigste Tagesphase

Teatro Antico zuerst Das Theater verdient die ruhigste Tagesphase. Früh sind Licht und Temperaturen oft angenehmer, und die Anlage lässt sich besser als Monument lesen.

Vormittag

Corso Umberto mit Seitengassen Von Porta Messina über Odeon und

Corso Umberto mit Seitengassen Von Porta Messina über Odeon und Piazza IX Aprile bis zum Dom entsteht eine klare West-Ost-Achse ohne unnötige Umwege.

Nachmittag

Entweder Höhe oder Küste Bei nur einem Tag sollte man

Entweder Höhe oder Küste Bei nur einem Tag sollte man sich entscheiden: Madonna della Rocca und Burg für Topografie oder Seilbahn, Mazzarò und Isola Bella für die Küstenebene.

Abend

Zurück in die Altstadt Wenn viele Tagesgruppen verschwinden werden Plätze

Zurück in die Altstadt Wenn viele Tagesgruppen verschwinden, werden Plätze und Seitengassen ruhiger. Dann funktioniert Taormina stärker als bewohnte Kleinstadt und weniger als Sehenswürdigkeitenroute.

Bei zwei Tagen ist die Trennung einfacher: Tag eins konzentriert sich auf Theater, Altstadt und obere Ebene; Tag zwei auf Küste, Gärten und langsamere Stadtwege. So bleibt genug Zeit, Monumente tatsächlich anzusehen, statt nur zwischen Fotopunkten zu wechseln.

Die Bahn liegt unten, die Altstadt oben – das muss man bei der Anreise einplanen

Mit der Bahn

Der Bahnhof Taormina-Giardini liegt an der Küste unterhalb der Stadt. Für das historische Zentrum braucht man danach Bus, Taxi oder einen längeren Aufstieg. Wer mit Gepäck ankommt, sollte diese letzte Etappe nicht unterschätzen.

Mit dem Bus

Regionale Busse erreichen Taormina näher an der Altstadt als die Bahn. Für Verbindungen aus Catania oder anderen Orten können sie deshalb trotz längerer Fahrzeit praktisch sein.

Mit dem Auto

Das historische Zentrum ist keine sinnvolle Fahrzone für Besucher. Parkhäuser und Parkflächen liegen an den Zufahrten; von dort geht es zu Fuß oder per Shuttle weiter. Eine Unterkunft mit klarer Parklösung spart viel Stress.

Taormina eignet sich gut ohne Auto, wenn der Aufenthalt auf Stadt und Küste konzentriert ist. Ein Mietwagen wird eher für Ausflüge auf Sizilien interessant. Innerhalb Taorminas produziert er meist mehr organisatorische Arbeit als Nutzen.

Taormina als Tagesausflug oder als Basis – das sind zwei verschiedene Reisen

Von Catania, Messina und Teilen der Ostküste ist Taormina als Tagesziel erreichbar. Das funktioniert für Theater und Altstadt, erzeugt aber fast zwangsläufig dieselben Besuchszeiten wie bei vielen Gruppen. Wer übernachtet, gewinnt nicht nur zusätzliche Stunden, sondern verschiebt den Rhythmus: frühes Theater, ruhiger Corso am Abend und die Möglichkeit, Küste und obere Ebene auf verschiedene Tage zu verteilen.

Als Basis für längere Ausflüge ist Taormina bequem, aber nicht automatisch ideal für jede Route. Die Lage oberhalb der Küste bedeutet zusätzliche Wege zum Bahnhof und zur Hauptstraße, während Unterkünfte und Parken oft teurer oder logistischer sind als in weniger prominenten Orten. Für Ätna, Catania oder Naxos kann die Stadt gut funktionieren, wenn man bewusst mit Bus, Transfer oder Mietwagen plant. Wer täglich weite Strecken über Sizilien fahren will, profitiert dagegen nicht zwingend von der Hanglage.

Der größte Vorteil einer Übernachtung bleibt die Stadt selbst. Taormina ist morgens vor den großen Besucherwellen und abends nach den Tagesausflügen räumlich leichter zu lesen. Plätze werden wieder zu Aufenthaltsorten, und selbst der Corso Umberto verliert einen Teil seiner Durchgangsdichte.

Frühling und Herbst geben der Stadt mehr Luft

Das Zentrum ist klein und kann in der Hochsaison sehr voll werden. April bis Juni sowie September und Oktober bieten häufig angenehmere Temperaturen für Theater, Treppen und Höhenwege. Im Hochsommer sind frühe Starts besonders sinnvoll. Der Winter ist ruhiger und kann für Kultur interessant sein, allerdings sind einzelne touristische Angebote und Verkehrstakte saisonaler.

Die aktuellen Öffnungszeiten archäologischer Orte sollten immer kurz vor dem Besuch überprüft werden. Der Archäologische Park veröffentlicht die Zeiten für Teatro Antico, Odeon, Castello und Isola Bella zentral und passt sie saisonal beziehungsweise bei Veranstaltungen an.

Am Tisch ist Taormina sizilianisch – trotz internationaler Bühne

Wo essen?

In der Altstadt lohnt es sich, jenseits der offensichtlichsten Aussichtsterrassen nach sizilianischen Gerichten zu suchen: Pasta alla Norma, Fisch und Meeresfrüchte, Caponata, Arancini, Granita mit Brioche und Desserts mit Pistazie oder Mandeln.

Orientierung

Eine kleine Trattoria in einer Seitengasse ist oft interessanter als

Eine kleine Trattoria in einer Seitengasse ist oft interessanter als ein Lokal, dessen Hauptargument nur der Blick ist.

Wo übernachten?

Für einen ersten Besuch ist die Nähe zum historischen Zentrum praktisch, weil Theater und Corso früh und spät zu Fuß erreichbar sind.

Orientierung

Mazzarò passt besser wenn Meer und Strand im Mittelpunkt stehen

Mazzarò passt besser, wenn Meer und Strand im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist weniger eine abstrakte Hotelkategorie als die Frage, auf welcher Höhenstufe man schlafen möchte und wie Gepäck beziehungsweise Parken gelöst sind.

Wie viel Zeit braucht Taormina?

Ein voller Tag reicht für Theater, Corso Umberto, Piazza IX Aprile und einige Seitengassen. Zwei Nächte sind deutlich besser, wenn zusätzlich obere Ebene oder Küste dazugehören sollen. Drei Nächte ergeben Sinn, wenn Taormina als ruhige Basis genutzt wird und nicht jeder Tag mit einem Fernziel gefüllt wird.

Der Fehler liegt weniger in zu kurzer Aufenthaltsdauer als in zu vielen Programmpunkten pro Tag. Taormina ist klein, aber die Höhenunterschiede und Besucherströme verlangsamen den Ablauf. Wer morgens und abends in der Stadt bleibt, erlebt einen anderen Ort als ein reiner Mittagsausflug.

Wie viel Zeit braucht man für Taormina?

Für Teatro Antico, Corso Umberto, Piazza IX Aprile und einen ersten Blick auf die Küstenebene reicht ein voller Tag. Wer Castelmola, Isola Bella oder Mazzarò ohne Zeitdruck ergänzen möchte, profitiert von einer Übernachtung oder einem zweiten Tag. So müssen Höhenunterschiede und Seilbahn nicht in ein einziges enges Programm passen.

Kann man Taormina gut ohne Auto besuchen?

Ja. Für das historische Zentrum ist ein Auto eher hinderlich, weil die Altstadt kompakt und stark auf Fußverkehr ausgerichtet ist. Bahn, Bus und Seilbahn decken wichtige Ankunfts- und Küstenbeziehungen ab. Wer mit Mietwagen kommt, sollte Parken außerhalb des engsten Zentrums einplanen und die Unterkunftszufahrt vorher prüfen.

Was ist bei der Bahnstation zu beachten?

Taormina-Giardini liegt deutlich unterhalb der historischen Stadt. Die Ankunft per Zug bedeutet deshalb nicht, dass man direkt im Zentrum aussteigt. Für den letzten Höhenunterschied sind Bus, Taxi oder ein längerer Aufstieg nötig. Mit Gepäck sollte dieser Abschnitt Teil der Reiseplanung sein, nicht erst eine Überraschung nach der Ankunft.

Wann wirkt Taormina am angenehmsten?

Frühling und Herbst bieten meist das ausgewogenste Verhältnis aus Temperaturen, Licht und Besucherzahl. Im Sommer sind Küste und lange Abende attraktiv, zugleich werden Corso und Theater deutlich voller. Wer in der Hochsaison kommt, gewinnt besonders durch frühe Morgenstunden und einen Aufenthalt über Nacht.

Taormina im Detail

Teatro Antico di TaorminaDas Antike Theater ist Taorminas wichtigstes Monument: im Hellenismus angelegt, in römischer Zeit grundlegend umgebaut und bis heute eng mit der Landschaft verbunden.Isola Bella bei TaorminaIsola Bella liegt direkt unter Taormina und verbindet eine schmale Kiesverbindung, mediterrane Vegetation und die Geschichte eines privaten Inselgartens mit dem Küstenbild der Stadt.Corso Umberto in TaorminaDer Corso Umberto verbindet Porta Messina und Porta Catania und bündelt auf kurzer Strecke mittelalterliche Stadtstruktur, Kirchen, Palazzi und Taorminas heutiges Straßenleben.Piazza IX Aprile in TaorminaDie Piazza IX Aprile ist Taorminas wichtigste Aussichtsterrasse und zugleich ein historischer Platz zwischen San Giuseppe, Sant’Agostino und der zentralen Altstadtachse.Madonna della Rocca und Castello di TaorminaOberhalb der Altstadt liegen die in den Fels gebaute Wallfahrtskirche Madonna della Rocca und die Burg auf dem Monte Tauro – die beste Ebene, um Taorminas strategische Lage zu verstehen.Odeon und römische Thermen in TaorminaOdeon und Thermen zeigen, dass das römische Tauromenium nicht nur aus dem großen Theater bestand, sondern ein urbanes Zentrum mit mehreren öffentlichen Bauten war.Naumachia von TaorminaDie sogenannte Naumachia ist eine lange römische Ziegelmauer mit Nischen. Ihre genaue Funktion wird diskutiert, doch sie gehört zu den auffälligsten antiken Strukturen mitten im heutigen Stadtgefüge.Villa Comunale in TaorminaDie Stadtgärten gehen auf Florence Trevelyan zurück und verbinden exotische Pflanzen, ungewöhnliche Pavillons und Aussichtspunkte mit Taorminas Geschichte als internationaler Winter- und Kulturort.Mazzarò und die Seilbahn von TaorminaDie Seilbahn verbindet die obere Stadt mit Mazzarò und macht den starken Höhenunterschied zwischen Taorminas historischem Zentrum und seinen Buchten praktisch erfahrbar.Taormina und der Grand TourIm 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde Taormina durch Reisende, Künstler, Fotografen und internationale Gäste zu einem der bekanntesten Kultur- und Winterorte Siziliens.Duomo und Piazza DuomoPiazza Duomo bildet am westlichen Ende des Corso Umberto einen ruhigeren Gegenpol zur offenen Aussichtsterrasse der Piazza IX Aprile.Palazzo CorvajaPalazzo Corvaja steht nahe Porta Messina und ist eines der besten Gebäude, um Taorminas mittelalterliche Vielschichtigkeit zu lesen.Porta Messina und Porta CataniaPorta Messina und Porta Catania markieren die beiden klarsten Endpunkte des historischen Hauptwegs durch Taormina.Castelmola über TaorminaCastelmola liegt oberhalb von Taormina auf einem eigenen Felsrücken und ist der naheliegendste kurze Ausflug aus der oberen Stadt.Anreise nach TaorminaTaormina liegt hoch über der Küste, während Bahnhof, Strände und Teile des Straßenverkehrs deutlich tiefer verlaufen.