Nur wenige hundert Meter von den Mauern beginnt eine Landschaft, die viele Besucher von Stari Bar übersehen: alte Olivenhaine, Kopfsteinwege, Quellen und kleine Brücken. Die Route über Kajnak und Džidžarin ist deshalb die beste Ergänzung zur Geschichte und Festungslandschaft von Stari Bar, wenn man mehr als nur die Ruinen sehen möchte.

Džidžarin: großer historischer Olivenhain

Džidžarin gehört zu den bedeutenden Olivenhainen im Raum Bar. Die Tourist Organization Bar beschreibt ihn als einen der wertvollsten Bestände der Gemeinde. Er ist nicht für den Autoverkehr erschlossen; man erreicht ihn zu Fuß über alte Wege, die traditionell auch für Tiere und den Transport bei der Olivenernte genutzt wurden.

Von Stari Bar über Kajnak

Die offizielle Olivenroute beginnt in Stari Bar beziehungsweise Podgrad und führt über Kajnak nach Džidžarin. Für die kürzere Variante werden etwa drei bis vier Kilometer genannt. Eine längere markierte Wanderung Stari Bar – Kajnak – Džidžarin – Rikavac-Brücke kommt auf rund 6,5 Kilometer.

Quelle, Schlucht und alte Wege

Kajnak liegt im Bereich des Rikavac und verbindet die Olivenlandschaft mit der historischen Wasserversorgung. Gerade nach dem Aquäduktbesuch wird nachvollziehbar, warum Quellen und Geländeverlauf für die Stadt so wichtig waren. Die Wege wechseln zwischen Schotter, altem Pflaster und natürlichem Untergrund.

Was man unterwegs sieht

Der Reiz liegt nicht in einem einzigen Aussichtspunkt. Terrassen, knorrige Stämme, Trockenmauern und kurze Blicke auf die Festung wechseln sich ab. 2016 wurden in Džidžarin außerdem Reste einer mittelalterlichen Kapelle entdeckt, die der heiligen Urban zugeschrieben wird. Solche Funde zeigen, dass die Kulturlandschaft eng mit der Stadtgeschichte verbunden war.

Schwierigkeit und Ausrüstung

KurzrouteStari Bar/Podgrad – Kajnak – Džidžarin, etwa 3–4 km.
Längere RundeBis zur Rikavac-Brücke etwa 6,5 km.
SchwierigkeitDie 6,5-km-Route wird offiziell als leicht eingestuft.
AusrüstungFeste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz; im Sommer möglichst früh starten.

Wann lohnt die Wanderung?

Frühling und Herbst sind ideal. Im Sommer sollte man den Weg morgens gehen und die Ruinenstadt danach mit einer längeren Mittagspause verbinden. Nach starkem Regen können Pflaster und Naturwege rutschig werden.

Route planen statt nur Kilometer zählen

Die kurze Variante eignet sich gut für Besucher, die nach der Ruinenstadt noch eine Stunde bis anderthalb Stunden laufen möchten. Für die längere Runde sollte man mehr Reserve einplanen, weil Fotostopps, unebener Untergrund und die sommerliche Hitze das Tempo stärker beeinflussen als die reine Distanz. Markierungen können auf Nebenwegen weniger deutlich wirken; eine Offline-Karte ist deshalb sinnvoll.

Die Wanderung ist inhaltlich besonders stark nach einem Besuch des Aquädukts. Quellen, Gefälle und alte Wege werden dann nicht als zufällige Landschaftselemente wahrgenommen, sondern als Teil der Versorgung und Wirtschaftslandschaft der historischen Stadt. Im Frühjahr kommen frisches Grün und Wasserführung hinzu, im Herbst die Atmosphäre der Olivenernte.

Mehr zu Stari Bar